ORTE UND GESCHMÄCKE


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Das Brot und die Süβigkeiten

Die Ogliastra ist auch für seine leckeren Brote und die Besonderheit seiner Süβwaren weltweit geschätzt. Das Brot war und ist das Grundnahrungsmittel der Hirten und Bauern. Es gibt auf Sardinien etwa hundert verschiedene Brotsorten, die auch heute noch handwerklich nach über die Jahrhunderte unveränderten überlieferten Traditionen hergestellt werden.

Die Vorbereitung des Brotes stellt noch heute eine Kunst dar, die auf alten lokalen Bräuchen basiert. In der Ogliastra werden verschiedenartige Brotsorten mit verschieden Formen und aus verschiedenen Mehlsorten hergestellt. Sehr beliebt ist
das ‚Su Pistoccu’, ein dünnes, knackiges Fladenbrot, dessen Teig mit dem Nudelholz hauchdünn und rund ausgerollt, in Leinen eingewickelt (wo er aufgehen kann)und im vorgeheizten Ofen auf einem breiten, glühenden Kastanienholzscheit gebacken wird.

Zu besonderen Anlässen wie Dorffesten, Hochzeiten, Familienfeiern, usw., werden die traditionellen Süβigkeiten hergestellt, die fast immer aus Mandeln oder Nüssen, Honig, ‚ricotta’ (Frischkäse wie Quark) und Käse, Rosinen und gekochtem Most (‚saba’) zubereitet werden. Eine der bekanntesten Süβwaren ist die ‚seada’ oder ‚sebada’: Eine überraschende Leckerei: zwei Platten von nicht aufgegangenem Teig, eine Füllung aus säuerlichem frischem Käse, Grieß, Orangen- oder Zitronenschale. Man isst sie in Olivenöl goldbraun ausgebacken, noch warm, mit dem leicht bitteren Honig des Erdbeerbaumes beträufelt oder mit Zucker bestreut.

Weitere charakteristische Spezialitäten dieser Region sind die ‚amaretti: die traditionellsten und meistverbreiteten Kekse und als Klassiker auf Hochzeiten und Taufen zu finden. Sie sind hier weicher als woanders und locker, und erwecken fast den Eindruck, als ob sie aufgegangen seien. Doch sie beinhalten als Zutaten nur süße und bittere Mandeln, Zucker und geriebene Zitronenschale, die mit zu Schnee geschlagenem Eiweiß vermengt wurden. In der Form sind sie rundlich und oval und häufig ziemlich groß; ‚is pardulas’: kleines Gebäck, das mit frischer ‚ricotta’ gefüllt und mit Zucker, Safran, Vanille, Zitronen- oder Orangenschale gesüßt und duftend gemacht wird; ‚su pani ’e saba’: Die "saba" ist ein konzentrierter gekochter Traubenmost und Hauptzutat dieser Süßigkeiten, die an Allerheiligen und Allerseelen angeboten werden. Zu dem Most gibt man Wasser, Grieß, Mandeln und Rosinen. Nachdem er eine Nacht geruht hat, wird der fest gewordene Most in kleine Rauten geschnitten und mit kleinen bunten Zuckerkugeln verziert; ‚is piricchitus’, eine Süβigkeit aus Mandelpaste und Zucker; und dann wären da auch noch ‚is pabassinas’, ‚gueffus, ‚biachittus’, ‚arrubiolus’ und viele andere mehr.

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